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Wildfänge von Fornasinius fornasinii: Die Larvenzucht ist annähernd unmöglich, die Käfer zur Eiablage zu bewegen scheint auch nicht viel einfacher zu sein.



Fornasinius und Argyrophegges werden häufig und relativ preisgünstig von Händlern aus Tansania angeboten – jedoch was nützt es, wenn sie nicht gezüchtet werden können. Die Käfer wurden direkt nach dem Auspacken aus der Versandbox fotografiert. Nach kürzester Zeit im Tageslicht beginnen die Männchen mit der Kopulation, was wohl als Panikreaktion interpretiert werden kann.

Die Gattung Fornasinius, die nah verwandten Hegemus und Argyrophegges gelten als nahezu nicht züchtbar. Grundsätzlich läuft die Zucht wie bei den schwierigen Goliathus Arten, jedoch scheinen diese drei Arten noch höhere Ansprüche an den Züchter zu stellen bzw. es fehlt die Kenntnis über ein paar wichtige Details, die eine erfolgreiche Zucht ermöglichen.

Die Käfer sind im Bewegungsablauf etwas behäbig, was ihre Kampfeslust aber keineswegs schmälert. Ihre Liebingsbeschäftigung scheint das Fressen von angegammelten Früchten zu sein, in denen sie den Kopf bis zum "Anschlag" in der Frucht versenken, um anschließend gemütlich auf einem Ast "abzuhängen" und dabei alle sechs Beine baumeln lassen.

Häufig vergraben die Käfer die restlichen Bananen- oder Melonenstücke im Boden, alte Käfer graben sich im Substrat zum Sterben ein. Dieses Verhalten gibt einen Hinweis zur Fütterung bzw. Ernährung der Larven: Wenn sich Larven im Bodensubstrat befinden, dann sind sie nicht irgendwo, sondern genau an den Stellen, wo entweder ein toter Käfer liegt oder ein Stück alte Frucht vergraben wurde. Sogar die Käfer selber lecken noch an den toten Körpern ihrer Artgenossn, solange die Innereien noch nicht ausgetrocknet sind. Der Hinterleib der toten Käfer wird mit Gewalt geöffnet und in Einzelteile zerbrochen. Dieses Verhalten erklärt nun auch, warum in 2003 ein (manuell) frisch geschlüpftes und noch nicht vollständig ausgehärtetes Goiathus-Weibchen von den Fornasinius getötet wurde, als es zur "Zwischenlagerung" über Nacht zu den Fornasinius ins Terrarium gesetzt wurde. Nach kurzem Kampf war das Goliathus-Weibchen völlig zerlegt und die Fornasinius haben sich auf die weichen Innereien gestürzt.

Es kann an dieser Stelle leider wenig Hilfe und Information geboten werden, denn auch in meinen Zuchtversuchen bin ich bei Fornasinius bis auf eine klägliche F2-Generation nicht weiter gekommen und bei Argyrophegges sind nur ein paar vereinzelte Käfer aus einer großen Menge Larven geschlüpft. Larven der Gattung Hegemus sind fast nicht zu erhalten und wenn doch, dann sind sie extrem teuer. Ich kennne nur die frustrierten Berichte anderer Züchter, deren Versuche alle gescheitert sind.