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Eudicella morgani – ein kurzer Actionfilm. Wenn der Film zu Ende ist und Sie wollen ihn nochmal anschauen, dann einfach die Seite im Browser aktualisieren.

Eudicella Larve: der charakteristische Fleck, der Eudicella Larven auf den ersten Blick von Larven anderer Arten unterscheidet, befindet sich auf der Oberseite des Hinterleibs; er ist jedoch erst bei L3-Larven zu sehen.

eudicella puppe Puppe eines Eudicella Männchens: beinahe transparent und noch weich, die letzte Häutung von Larve zu Puppe fand erst vor kurzer Zeit statt. Wenn ein Kokon geöffnet wird und die Puppe ist noch in diesem frischen Stadium, dann ist das Ergebnis vorbestimmt: sie trocknet aus. Auch wenn Puppen schon ihre typische braune Farbe besitzen und ausgehärtet sind, so ist die Chance immer noch relativ niedrig, dass bei vorzeitiger Öffnung des Kokons daraus ein vitaler Käfer ohne Deformierung entsteht. (Foto: Thomas Winkler)

Eudicella gralli hubini: eine der beliebtesten und häufigsten Arten in der Eudicella-Zucht.

Eudicella gralli thiryi:
diese Art aus Burundi war in den Jahren um 1998 bei uns sehr verbreitet; heute ist sie aus der Zucht fast verschwunden.

E. smithi bertherndi Eudicella smithi bertherandi aus Ruanda. Diese Art ist in 14 lokale Subspecies eingeteilt. Mehrjährige Inzucht, also keine Einkreuzung von Tieren aus anderen Stämmen, ergab eine fast gelbe Färbung der Käfer. Es zeigten sich die typischen Anzeichen von Überzüchtung: die Käfer wurden immer kleiner, die Vermehrungsrate immer niedriger.


Eudicella woermanniaus Kamerun: das Horn der Männchen ist etwas enger gegabelt als bei den Eudicella gralli oder Eudicella schultzeorum. Die Färbung der Eudicella Arten ist oft ähnlich, die Zahl der Unterarten und Variationen ist zahlreich - der Händler hat sie mir teuer als E. frontalis verkauft, von denen sie sich aber eindeutig unterscheiden.

Eudicella colmanti aus Kamerun: das "Geweih" ist deutlich breiter als bei den anderen Eudicella, das Brustschild leuchtet je nach Winkel des Lichteinfalls von knallrot bis metallic grün.Für mein Empfinden die schönste Eudicella Art.

Eudicella colmanti Eudicella colmanti, nach 38 Tagen im Kokon: das Außenskelett des Käfers ist schon fertig, jedoch bleibt er noch für mindestens 10 Tage im Kokon, bevor er endgültig schlüpft.

Eudicella colmanti Dieses Geweih ist unverwechselbar: Nur kurze Zeit hat dieser E. colmanti gezögert, bevor er ungestüm aus seinem Kokon gebrochen ist. Die Käfer sind direkt nach dem Schlüpfen sehr aktiv.

Eudicella morgani aus Kamerun: das "Geweih" ist ähnlich schmal wie bei E. woermanni, die Käfer schimmern in allen metallic-grünen Schattierungen. Es könnte sich hier auch um die grüne Form von Eudicella wormanni (forma lateralis) handeln, aber die Käfer von E. morgani sind etwas zierlicher gebaut. Gerne sitzen sie an ihrem erkämpften Platz auf dem Kletterast und beobachten die Lage von oben.

Eudicella morgani Eudicella morgani von unten: der Käfer hat sich an die Glasscheibe des Terrariumdeckels angelehnt und ist eingenickt. Er hat es nicht bemerkt, dass der Deckel zum Fototermin vorsichtig aufgeklappt wurde und ist nur mit einer am Blatt eingehakten Klaue fast frei schwebend sitzen geblieben. Die einzige Reaktion auf die helle Beleuchtung war das Aufstellen seiner Fühler.
Eudicella morgani Ganz normal ist dieser Käfer nicht: während seine Kollegen im Substrat eingegraben übernachten, schläft dieser als einziger auf einem Ast und lässt die Vorderbeine baumeln. Diese bewegungslose Stellung ist ideal zum Fotografieren, die einzige Regung bestand wieder im Aufstellen seiner Fühler - vielleicht leidet er inzwischen an Star-Allüren...

E.woermanni Frisch gehäutet, aber noch keine Lust, den Kokon zu verlassen. Die Käfer bleiben etwa noch zwei Wochen nach ihrer Häutung im Kokon, bevor sie endgültig schlüpfen. Links auf dem Foto ist die abgestreifte Puppenhaut zu erkennen.

Eudicella Karte
Verbreitung der wichtigsten Eudicella Arten: wenn man nur die Färbung der Käfer betrachtet, so fällt auf, dass die braun gefärbten Arten vorwiegend im östlichen Afrika verbreitet sind, während die grünen Arten hauptsächlich aus Mittel- und Westafrika stammen. Es gibt jedoch bei Eudicella sehr viele Frabvarianten und regionale Unterarten, allein die Färbung eines Käfers ist kein eindeutiges Merkmal, das zur Bestimmung seiner Herkunft dient.

 

Die Revision (von Eric Holm) der Gruppe Eudicella hat die kaum überschaubare Liste der beschriebenen Unterarten, Formen und Variationen stark vereinfacht. Die Gattung Eudicella umfasst jetzt nur noch 20 Arten und eine Reihe von Unterarten. Es wurden einige invalide Namen und Synonyme gestrichen. Die Gattung Cyprolais mit ihren 11 Arten wurden zu den nah verwandten Eudicella gestellt. Coelorrhina cornuta, für geraume Zeit als Cyprolais cornuta bekannt, heißt jetzt Eudicella (Cyprolais) cornuta. Der frühere Name wird als Untergattung (in Klammern) beibehalten.

Trotzdem fehlt dieser Gattung eine gründliche Revision, es gibt noch genügend Unstimmigkeiten und Unsicherheiten bei der Unterscheidung der einzelnen Arten und Unterarten.


brehms tierleben Reitters Fauna Germanica, 1912:
Eudicella smithi, damals wurde er Dicranorrhina smithi oder "Gabelnase" genannt. Viele Autoren sind heute noch bemüht, auch Käfern aus Übersee deutsche Namen zu verpassen, obwohl das lateinische Namenssystem weltweit angewendet wird. In diesem Fall ist die Bezeichnung "Gabelnase" sehr zutreffend – weil es eine wörtliche Übersetzung des Namens Eudicella ist. Für andere Eudicella findet man vor allem in älterer Literatur wenig zutreffende deutsche Namen wie z.B. Brauner Rosenkäfer für Eudicella smithi, Gehörnter Rosenkäfer für Eudicella aethiopica oder Gestreifter Rosenkäfer für Eudicella gralli.

Käfer
Eudicella
werden von vielen Züchtern gehalten und sind für Anfänger gut geeignet. Einerseits sind die Larven relativ robust und wenig kannibalisch, andererseits werden diese Arten auch von den meisten Züchtern wegen der hohen Nachzuchtrate zu akzeptablen Preisen angeboten. Es werden vorwiegend Unterarten von Eudicella gralli, Eudicella smithi und Eudicella aethiopica angeboten.

Eudicella (WHITE 1839) sind über fast ganz Afrika verbreitet. Die exakte Bestimmung der einzelnen Arten mit ihren Unterarten ist bei Eudicella nicht immer einfach, selbst bei Wildfängen mit exakten Fangdaten. Eine starke Variabilität in Größe, Zeichnung und Färbung der Käfer und ihre ausgedehnte Verbreitung erschweren oft eine eindeutige Bestimmung. Häufig überschneiden sich ihre Habitate und es können sich Naturhybriden entwickeln.

E. morgani Päckchen aus Kamerun: Grüne Eudicella als Ersatz für die Käfer, die bestellt waren und wieder mal nicht mitgeschickt wurden. Da könnte man annehmen, die Bestimmung der Art sei einfach. Ist es aber nicht. Sind es nun Eudicella morgani, die grüne Form von Eudicella woermanni oder die ssp. pseudowoermanni? Oder Eudicella inexpectata, Eudicella gralli gralli oder die grünen Eudicella schultzeorum mit reduzierter Zeichnung? Viele Merkmale passen sowohl zur einen wie zur anderen Art. Ihr Herkunftsgebiet und das eng gegabelte Horn der Männchen deuten stark auf Eudicella morgani. Aber 100%ig festnageln lassen wollte sich keiner der befragten Kollegen... So viel zur Bestimmung von Eudicella-Wildfängen mit bekannter Angabe des Fundorts. Wie schwer ist dann eine Bestimmung von Eudicella, die keine Herkunftsdaten besitzen oder gar "zwischendurch" eine andere Art eingekreuzt wurde?

E.morgan E.woermanni Links schlüpft ein Weibchen von E. morgani, rechts ein
E. woermanni. Sie sind praktisch nicht zu unterscheiden.
Der grüne Farbton des Brustschilds bei E. woermanni
rechts scheint um einen Hauch kühler zu sein. Die Körnung auf Kopf und Brustschild ist identisch, die Ausprägung des Streifenmuster auf den Flügeldecken ist variabel. Zur Bestimmung einer verwandten Art werden deshalb die Weibchen selten berücksichtigt, da es keine oder nur minimale Unterscheidungsmerkmale gibt.


Mit der Fortpflanzung lassen sich die Käfer viel Zeit, es hat manchmal bis zu zwei Monate gedauert, bis ich die ersten Larven gefunden habe. Die Eier sind etwa halb so groß wie ein Stecknadelkopf und im Terrarien-Substrat kaum zu finden. Grundsätzlich ist es besser, die Eier im Substrat zu belassen und mit der Suche so lange zu warten, bis die Larven geschlüpft sind.

gralli Typisch für Eudicella gralli ist das orangebraune und breit gegabelte Kopfhorn der Männchen. Die Größe des Horns ist ein Gradmesser für die Ernährung der Larven: je ausgeprägter das Horn, desto besser war die Fütterung der Larven.


gralli

Bisher war ich mir sicher, dass es ein Märchen ist, dass Käfer ihre Larven fressen. Bis zu diesem Tag, als beim Umgraben des Eudicella morgani-Terrariums dieses Weibchen mit einer L2 zum Vorschein kam. Das Weibchen war tief im Substrat eingegraben, es war Zufall, dass die Larve noch an den Mundwerkzeugen des Käfers klebte. Ich bin mir auch heute noch sicher, dass die Käfer nicht aktiv nach Larven jagen, dazu sind sie mit ihren Mundwerkzeugen auch gar nicht in der Lage. Vielmehr wurde diese L2 wohl von einer starken L3 in der Mitte auseinander gebissen und das Weibchen leckt an den austretenden Körpersäften der Larve.

 

 

Larven
Eudicella (L3)-Larven sind von Larven anderer Arten durch ihre orangebraune Platte am Hinterleibt leicht zu unterscheiden. Die Larven können gemeinsam gehalten werden, sie können bei zu dichter Haltung jedoch (kurzfristig) kannibalisch sein: es werden die kleineren, schwächeren Larven gefressen, bis wieder genügend Bewegungsfreiheit in der Zuchtbox herrscht. Hat man genügend Larven, so ist das nicht weiter tragisch. Im Gegenteil: man erhält große Käfer und Männchen mit ausgeprägten Hörnern, denn sie wurden ja als Larve – wenn auch meist unabsichtlich – mit zusätzlichem Protein-Futter versorgt. Als Faustregel kann man sagen, dass pro L3-Larve etwa ein Liter Substrat zur Verfügung gestellt werden sollte. Die Larven halten sich vorwiegend im unteren Teil der Zuchtbox auf, wo das Substrat die feinste Konsistenz hat. Eudicella Larven nagen kaum an größeren Holzstücken.

Einige Züchter haben berichtet, dass die Larven von Eudicella aethiopica ausgeprägt kannibalisch veranlagt sein sollen und man sie bei der Zucht einzeln halten sollte.

Eine ähnliche Erfahrung habe ich mit den Larven von Eudicella colmanti gemacht.  Anfangs hatte ich sie gemeinsam gehalten, wie andere Eudicella Arten auch. Das  war im L1-Stadium auch kein Problem, manche Larven sind jedoch schneller gewachsen und haben als große L2 gnadenlos zugeschlagen. Von ehemals 12 Larven einer Box blieben nur noch zwei übrig. In Anbetracht der Seltenheit von Eudicella colmanti war das sozusagen extrem suboptimal... Man sollte die Larven also einzeln halten. Nachdem alle bis zur L3 (in Einzelhaltung) gewachsen waren habe ich jeweils 5 Stück in eine 10-Liter-Box zusammen gesetzt. Im L3-Stadium sind alle Larven gleich stark, es erfolgt keine Häutung mehr und somit bietet sich keine Möglichkeit mehr zum Kannibalismus.

Eine parallele Zuchtreihe mit Eudicella woermanni hat im November 2006 eindeutig gezeigt, dass die meisten Käfer, die von Larven aus Einzelhaltung stammten um bis zu 5 mm größer wurden als die Käfer, die aus der gemeinsamen Larvenhaltung stammten. Jedoch ist Einzelhaltung nicht immer ein Garant für große Käfer, es hängt natürlich auch von der Fütterung der Larven und vom "genetischen Zustand" der Larven ab: wenn sie aus einer überzüchteten Inzucht-Linie stammen, dann nützt auch die beste Fütterung nicht mehr viel.

 

Kokons
werden meist in Verbindung mit der Behälterwand der Zuchtbox gebaut. Die Kokons sind an der Wand "angeklebt" und sollten nicht mit Gewalt abgenommen werden. An der Stelle, wo sie mit der Behälterwand in Verbindung waren, ist nach dem Abnehmen ein Loch im Kokon – wenn der Kokon aus Neugierde zu früh von der Wand abgenommen wird, ist das oft das Todesurteil für die Larve/Puppe. Für Eudicella Larven sind daher Zuchtbehälter aus transparentem Material ideal: man kann die Entwicklung von Larve über Puppe bis zum Käfer verfolgen.

Eudicella morganiDer Kokon hat sich von der Behälterwand gelöst, weil das umgebende Substrat vermutlich etwas zu feucht war. Die vielen weißen Punkte, die sich überall auf dem Käfer befinden, sind Milben, die in den Kokon eingedrungen sind.Sie können dem Käfer jedoch nicht mehr schaden.

Siehe auch Fotogeschichte "von Larve zu Puppe"


Eudicella colmantiDer Kokon dieses Weibchens war bis zum Schlüpfen fest
mit der Behälterwand verbunden. Bis auf ein paar
Hautreste von der Puppe glänzt der Käfer wie frisch poliert.


Eudicella woermanniEudicella woermanni: er hätte es beinahe geschafft, hätte sich der Kokon nicht von der Behälterwand gelöst. Beim mehrmaligen Umstellen der Plastikbox, deren Wände aus dünnem Material waren, hat sich die flexible Behälterwand eingedellt. Durch einen kleinen Spalt ist Feuchtigkeit in diesen Kokon eingedrungen. Die Larven, die in direkter Nachbarschaft ihre Schutzhülle an die Wand geklebt hatten, haben ihre Entwicklung schadlos vollendet.