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Zurück zur Übersicht Cheirolasia burkei: in Abwehrstellung spreizen die Käfer ihre Vorderbeine und erinnern an die Form einer Krabbenspinne.

Cheirolasia burkei: charakteristisch sind die glänzenden schwarz-braunen Flügeldecken mit matten, hellgelben Punkten und die pinselartige Behaarung der vorderen Beinsegmente der Männchen.


Cheirolasia burkei: Eine typische Fehlentwicklung, vermutlich wurde der Kokon zu feucht gelagert.

 

 

 

Ranzania bertolonii: je nach Lichteinfall glänzt Brustschild, Schildchen und Vorderbeine von intensiv metallic grün bis leuchtend orange. Flügeldecken sind matt weiß mit zwei oder vier glänzend schwarzen Punkten.

Cheirolasia und Taurhina (Rhamphorrhina) [Ranzania]

Kaum hat man das Synonym Ranzania vergessen und sich für die beiden Arten splendens und bertolonii endlich den Namen Rhamphorrhina eingeprägt, so wird diese Gattung zu den Taurhina gestellt. Wenigstens bleibt der Lebensraum beider Gattungen gleich – sie bewohnen wie Stephanorrhina und Neptunides die Savannen des mittleren und südöstlichen Afrikas. Das gibt (zumindest einen) Hinweis für die Larvenzucht: in der Savannen-Region sind große, morsche Bäume eine Seltenheit, ebenso ist humushaltiger Boden kaum vorhanden. Das bedeutet, dass die Larven in einem anderen Substratgemisch gehalten werden sollten als z.B. Chelorrhina oder Stephanocrates, die aus dem tropischen Regenwald Kameruns stammen. Überwiegende Bestandteile des Savannenbodens ist trockene Erde, manchmal etwas dürres Holz von Büschen und Ästen und stellenweise sehr viel Dung von Büffeln, Rindern und anderen grasfressenden Huftieren. Größere oder morsche Bäume werden meist abgeholzt und dienen der ansässigen Bevölkerung als Feuerholz. Obwohl Abholzung offiziell verboten wurde kann sie kaum kontrolliert werden. Garantiert kein Grund für den Erlass dieses Verbots war der Lebensraum vieler Käferlarven...

 

Cheirolasia burkei

Es sind regionale Unterarten beschrieben, die sich in der Ausprägung der Färbung und Form der Kopfhörner minimal unterscheiden:

Cheirolasia burkei burkei WESTWOOD 1843 stammen aus Zimbabwe und Südafrika

Cheirolasia burkei septentrionis KRIESCHE 1921 stammen aus Tansania und Kenia

Cheirolasia burkei lettowvorbecki KRIESCHE 1921 stammen aus Tansania

Cheirolasia burkei hopei BERTOLONI 1849 stammen aus Zaire

Cheirolasia burkei schaueri SCHÜRHOFF 1942 stammen aus Namibia

Cheirolasia burkei histrio BATES 1881 stammen aus Sambia, Tansania und Malawi

 

Käfer
Die Käfer sind relativ aktiv, ihre ganze Vitalität zeigen sie aber erst bei heller Beleuchtung und Wärme. Es kann auch mal ein wenig Sonnenlicht ins Terrarium scheinen, aber Vorsicht bei intensiver und direkter Sonneneinstrahlung: das Terrarium überhitzt, die Pflanzen und Käfer "verbrennen”! Als Dekoration sind am besten tropische Plflanzen aus Savannen-Regionen geeignet, sie sollten dem relativ trockenen Standort im Terraruim angepasst sein. Die Käfer klettern gerne auf Äste und Blätter, um sich zu "sonnen” oder die Lage von der "oberen Etage” im Blick zu haben. In der Natur ist die Hauptflugzeit der Käfer von Oktober bis Dezember, sie ernähren sich von Pflanzensäften oder Mango-Früchten. In der Zucht kann man die Käfer wie alle anderen Rosenkäfer problemlos mit Banane füttern.

Larven / Substrat
Erdiges, lockeres Substrat mit etwas Laubhumus und Holz angereichert, minimal feucht. Ideal ist die Zugabe von Kuh- oder Pferdemist. Man sagt, in der Natur entwickeln sich die Larven in der Erde und nur an den Stellen, wo genügend Dung vorhanden ist. Ausgewachsenen Larven (L3) kann etwas Sand ins Substrat gemischt werden. Ohne sandigen Untergrund erfolgt die Verpuppung nur sehr zögerlich, die Larven verenden meist auf der Oberfläche des Substrats. Den Sand in die untere Substratschicht geben, etwa 2-3 cm hoch. Durch die Bewegungen der Larven vermischt es sich von alleine. Das Substrat kurz vor der Verpuppung nicht mehr befeuchten. L3 kurz vor der Verpuppung ist das Larvenstadium mit der höchsten Ausfallquote.

Die Metamorphose im Kokon kann bis zu vier Monate dauern, in der Natur ist das die Zeit der Überwinterung – wobei der südafrikanische "Winter" mit der Kälte unserer Region wenig gemeinsam hat. Signale wie Klima- oder Feuchtigkeits- Änderung können unter Zuchtbedingungen nicht simuliert werden. Die Käfer bleiben nach ihrer Entwicklung noch zusätzlich etwa 6 Wochen im Kokon. Aufgrund dieser langen Zeitspanne im Kokon ist die Gefahr von Ausfällen sehr hoch: werden die Kokons zu trocken gelagert, können Larven oder Käfer darin vertrocknen, werden sie einen Hauch zu feucht gehalten, so verfaulen sie im Kokon.

 

Taurhina (Rhamphorrhina) bertolonii

Die Einschätzung von Schönheit ist subjektiv. Zweifellos zählt Ranzania bzw. jetzt Taurhina (Rhamphorrhina) mit den Arten splendens und bertolonii zu den schönsten Käfern. Auch hier gab es Konflikte in der Nomenklatur: während bei ALLARD die Gattung Ranzania (BERTOLONI 1855) beschrieben ist, läuft sie bei SAGAI/NAKAI unter Rhamphorrhina (KLUG 1855) und bei HOLM/MARAIS unter Taurhina.

Larven / Substrat
Zucht und Haltung ist praktisch identisch mit Cheirolasia burkei. Die bedingt kannibalischen Larven haben eine fast transparente Haut und können bis zum L2-Stadium zusammen gehalten werden.

Kokons
Kokons werden mitten im Substrat angelegt oder auch am Boden der Zuchtbox "befestigt". Die Kokons müssen relativ trocken gehalten werden. Deckel der Zuchtbox für ein paar Tage abnehmen, damit überschüssige Feuchtigkeit verdunsten kann.

Fehlentwicklungen

Diese Bilder zeigen die beiden schwierigen Stadien der Zucht: entweder sterben die Larven kurz vor der Verpuppung, weil sie keinen geeigneten Platz zum Bau des Kokons finden. Meist liegen sie verendet auf der Oberfläche des Substrats. Oder – was noch schmerzlicher ist – die traurige Überraschung kommt erst ein paar Monate später, wenn man zeitlich "überfällige" Kokons manuell öffnet. Nicht selten findet man fertig entwickelte Käfer tot im Kokon. Vermutlich ist die Restfeuchte des Substrats, in das der Kokon eingebettet ist, in den Innenraum vorgedrungen. Meist sind die toten Käfer stark von Milben befallen, was ein Indiz für zu feuchte und deshalb durchlässige Kokons ist.